Spinnlexikon

Im Aufbau - bald kann man zusätzlich auf die Begriffe klicken und sieht passende Bilder oder Lehrvideos 

Das Wort "klassisch" wird hier recht häufig verwendet, was andeuten soll - "Alles kann - nichts muss".
In einem kreativen Handwerk gibt es viele Möglichkeiten zum Ziel, so auch beim Spinnen. 
So lange das Garn entsteht, von dem Ihr träumt, ist völlig egal, wie die Technik heisst oder ob sie perfekt ausgeführt war. 
Alle diese Begriffe dienen nur einem Zweck - ein wiederholbares, beschreibbares Ergebnis zu erzielen.
 
A
Angora - Haare des Angora Kaninchens. Im englischen Sprachraum kann damit auch Mohair gemeint sein und meint damit eine Ziege. Angora goat = Mohair-Ziege
Anspinnfaden - Stabiler Faden, der an einer Spule oder Spindel befestigt wird um den Beginn des Spinnens zu erleichtern. Hier werden die ersten Fasern angesponnen.
Antriebsriemen
Antriebsverhältnis
Ausbalanciert - Wird auch Ausgeglichenheit genannt, das fertig gesponnene Garn verdreht sich in keine Richtung, sondern hängt z.B. als offener Strang in einer O-Form von der Hand
B
Ball winder - siehe Wollwickler
Batt - siehe Fasermatte
Blending board - siehe Kardierbrett
Bradford System - System zur Einteilung der Feinheit von Fasern, je höher der Wert, desto feiner die Wolle
Bock -  In Bezug auf Spinnräder bezeichnet es ein aufrecht konstruiertes Spinnrad, bei dem die Einzugsöffnung über dem Rad angebracht ist.
C
Cablé - Zusammengesetztes verzwirntes Garn, in der Regel 4-fach, bei dem verzwirnte Garne nochmals in Gegenrichtung verzwirnt werden.
Castle - siehe Bock
Chain Ply - siehe Kettzwirn
Crimp - siehe Kräuselung
D
Doppelschnitt - Fehler im Vlies, das sehr kurze Faserenden enthält, die aus einem weiteren Durchlauf der Scheren beim Scheren herrühren.
DoppeltrittSpinnrad ausgestattet mit 2 Trittbrettern. Es ermöglicht ein ausgeglicheneres Arbeiten am Spinnrad, daher werden diese Räder immer beliebter.
Double drive -
Double treadle - siehe Doppeltritt 
Down - Bezeichnet das Unterkleid eines Tieres. Im englischen Wörterbuch findet man häufig die Übersetzung Daunen, was für Vögel auch zutrifft. Bei Tieren mit Haarkleid bezeichnet es die Unter-Wolle.
Drum carder - siehe Trommelkarde
E
Einzug - Kraft, die durch die gegenläufige Bewegung von Spule und Spinnflügel auf den entstehenden Faden wirkt und ihn auf die Spule zieht. Wird mittels eines Bremssystems reguliert.
Einzugsöffnung - Öffnung, durch welches das Garn auf die Spule gelangt.
Einzeltritt - Ein einzelnes Trittbrett dient zum Antrieb des Rades.
Entspannungsbad -  Heisses Bad, in das der fertig gesponnene/gezwirnte Strang gelegt wird, um die Drehung der Fasern zu festigen. Wie heiss das Wasser sein muss, da gibt es unterschiedliche Auffassungen. Manche kochen Wasser, viele nehmen die heisseste Einstellung, die der Boiler schafft (ich auch). Man kann ein wenig Waschmittel hinzugeben, wenn man mag. Ich nehme gerne ein paar Tropfen echtes Lavendelöl. Wenn das Wasser Zimertemperatur hat, kann der Strang vorsichtig gespült und zum Trocknen aufgehängt werden. Achtung - Temperaturunterschiede und Reibung = Filz
F
Faser
Fasermatte - Kardierte Faservorbereitung in Form einer Matte, wie sie Kardiergeräte herstellen
Flocke - Fasern eines Vlieses, die auf natürliche Weise zusammenhängen
Flügelbremse
Flügelantrieb - Spinnrad-System. Der Anriebsriemen liegt auf dem Spinnflügel und bewegt so den Flügel. Die Spule hat einen eigenen Bremsfaden (Schottische Bremse).
Flyer - siehe Spinnflügel
Französische Lace Spindel
Fußspindel - siehe Tiefenwirtelspindel
G
Garn
Garnstärke - Die jeweilige Stärke eines Garns wird in Wicklungen per Zentimeter gemessen. International setzt sich aber immer mehr WPI (Wicklungen/Wraps per Inch) durch.
Garnvorrat - Alle sich in Eurem Besitz befindlichen Garne. Bei der Handspindel auch manchmal die auf die Handspindel gewickelte gesponnene Garnmenge. Letztere kann auch als Garnwinde bezeichnet werden.
Gauge - siehe Maschenprobe
Gegenrichtung - Klassisch wird im Uhrzeigersinn gesponnen und gegen den Uhrzeigersinn (in Gegenrichtung) verzwirnt. Die Richtung, in der ein Garn gesponnen wird ist eigentlich egal. Man muss sich nur merken, in welcher Richtung man welches Garn gesponnen hat, sonst zerfällt der Faden. Da ist es natürlich praktisch, wenn man sich eine Richtung für alle angewöhnt.
H
Halber Schlag - Einfacher, sich schnell lösender Knoten, den man verwendet um Garn an einer Spindel zu befestigen, die keinen Haken besitzt. Dabei wird das Garn lose über den Finger gelegt und verdreht auf die Spindel gegeben, so dass sich das Fadenende unterhalb des laufenden Garns befindet und somit den neuen Faden und Spindel sicher hält.
Half hitch - siehe Halber Schlag
Handkarde
Handspindel
Hankies
Hochwirtelspindel
K
Kämmen - Eine Aufbereitungsart von Fasern unter Verwendung von Wollkämmen, um sie zum Spinnen vorzubereiten. Klassisch entsteht hieraus Kammgarn, kann aber auch für Streichgarn benutzt werden.
Kammgarn
Kammzug - parallel gekämmte Faservorbereitung. Es gibt sie in kommerzieller Form oder handgekämmte Züge. Die Fasern werden zueinander ausgerichtet, kurze Fasern und Heureste werden entfernt. Kamzüge fühlen sich häufig glatt an und sind deshalb für Anfänger nicht immer geeignet.
Kardenband - kardierte Faservorbereitung in langer Form, ganz ähnlich dem Kammzug. Aber hier liegen die Fasern nicht parallel zu einander. Dünner ausgezogen und und leicht gedreht nennt man es Vorgarn.
Kardieren - "bürsten" von Fasern. Eine Aufbereitungsform für Fasern, die sie auflockern, aber die unterschiedlichen Faserlängen innerhalb eines Vlieses behalten. Klassisch wird hieraus Streichgarn gesponnen. Man verwendet Hand- oder Trommelkarden oder seltener ein Kardierbrett.
Kardierbrett 
Kardiergeräte - siehe Handkarden, Trommelkarden und Kardierbrett
Kettzwirn - Zwirntechnik bei der ein 3-fach Garn entseht. Der gesponnene Einzelfaden wird in einer Art Häkeltechnik mit sich selbst in Gegenrichtung verzwirnt.
Kickspindel
Kräuselung - Natürliche Wellen in tierischen Fasern, sie sorgen für die Elastizität einer Faser und des späteren Garnes.
Kreuzhaspel - Eine Handhaspel zum Wickeln von Garnen in Stränge einheitlicher Länge.
Kreuzspindel - 
Kurzer Auszug - Spinntechnik zur Herstellung von Kammgarnen. Fasern werden jeweils nur ein paar Zentimeter ausgezogen und versponnen. Diese Technik kann man vorwärts (zur Spule/Spindel gerichtet) oder rückwärts (in Handrichtung) ausführen. Ergibt ein gleichmäßiges, fest verdrehtes Garn, das sehr haltbar ist und bei richtiger Ausführung Pilling entgegen wirkt. Das entstehende Garn ist je nach Faserart universell verwendbar.
L
Langer Auszug - Technik zur Herstellung von Streichgarnen. Eine Armeslänge Fasern wird während sich das Rad/die Spindel dreht ausgezogen. Dadurch entsteht ein sehr lockerer und weicher Faden, da sich noch sehr viel Luft zwischen den einzelnen Fasern befindet. Dieses Garn ist ausgezeichnet für Tücher geeignet.
Lanolin - siehe Wollwachs
Lazy Kate - siehe Spulenhalter
Leader - siehe Anspinnfaden
Locke - Eine kleine Ansammlung von Fasern, wird aber auch im Sinne des englischen Begriffs Rolag verwendet. Rolag ist mittlerweile in der Spinn-Welt geläufiger: Da das deutsche Wort so viele verschiedene Bedeutungen hat. Es ist eine Faseraufbereitung ein Form einer in Faserrichtung geformten Rolle, ähnlich einer langen Zigarre. Hergestellt werden sie auf Kardierbrettern und mit Handkarden. Klassisch zum Spinnen von Streichgarn verwendet.
M
Maschenprobe - Oh, das M-Wort. Ich mag sie selbst nur, weil ich schon sooo viele Projekte ohne sie nicht hinbekommen hätte. Als Handspinnerin macht es mir sogar Spaß sie anzufertigen, denn nun kann ich sehen, wie sich meine Arbeit auf das Gestrick auswirkt. Das kann sehr spannend sein. Für alle Neulinge in Kurzfassung: Man strickt mit eine Probe von mindestens 10cm Kantenlänge, gerne etwas größer. Die meisten Strickproben werden glatt rechts gestrickt, evtl  mit einem Rand in kraus rechts, damit es nicht so rollt. Dann nimmt man sich ein Lineal und zählt, wie viele Maschen in der Breite und in der Höhe 10cm ergeben. Danach wäscht man die Probe, so wie man es auch mit dem fertigen Stück machen würde. Nach dem Trocknen misst man wieder wie zuvor mit dem Lineal. Hat sich etwas verändert? Diese Änderungen muss man beachten, wenn später das Teil passen soll. Manchmal schrumpfen die Fasern, manchmal blühen sie auf - je nach Material und Spinntechnik. Wer das einmal erlebt hat ist froh um seine Maschenprobe.
Mittelwirtel Spindel
N
Navajo Zwirnen - Sofern man nicht dem Volk der Navajo angehört kann man nicht Navajo Zwirnen. Es gibt keine eigene Technik, die die Navajo erfunden haben. Wie genau diese Bezeichnung für den Kettenzwirn entstand ist nicht bekannt. Wurde dennoch sehr populär als Begriff verwendet, es gibt sogar Videos zum Thema. Artikel in Fachzeitschriften weisen immer mal wieder auf die falsche Bezeichnung hin - genutzt hat es bisher wenig.
Navajo Spindel - Lange und große Tiefenwirtelspindel (Schaftlänge ab 40 cm und mehr) die traditionell auf dem Boden sitzend verwendet wird. Häufige werden mit ihr Garne zum Teppichweben hergestellt.
Navajo Spinnen
Niddy Noddy - siehe Kreuzhaspel

Orenburger Spindel

Orifice - Einzugsöffnung am Spinnrad
P
Pencil roving
Plying - siehe Zwirnen
Puni
R
Rolag- siehe Locke
Roving
Russische Lace Spindel
S
Schirmhaspel - Eine Vorrichtung zum Wickeln von Garnen in Stränge, diesmal in Form eines Schirms (ohne Stoffbezug).
Schottische Bremse - Bremst die Spule des Spinnrades meist mittels eines Fadens und einer einstellbaren Feder.
Scotch tension - siehe Schottische Bremse
Single drive
Sliver
Spannen - Das Spannen eines Garns wird notwendig, wenn nach dem Spinnen oder Zwirnen noch so viel Energie in der Wolle ist, dass sie sich weiterhin verdreht, also nicht ausbalanciert ist. Dafür wird das Garn nach dem Entspannungsbad zum Trocknen aufgehängt und mit einem Gewicht beschwert.
Spindel - 
Spinnflügel - Ein U-förmiges Bauteil am Spinnrad. Der Spinnflügel rotiert um die Spule, verdreht dabei die Fasern und wickelt sie auf die Spule. Je nach Spinnrad-Art befindet sich am Spinnflügel auch die Regulierung der Stärke des Einzugs (Bremse). Man nennt diese dann flügelgebremste Räder.
Spinnflügelantrieb - siehe Flügelantrieb
Spinnrad
Spule
Spulenbremse
Spulenhalter - Gestell zur Lagerung von Spulen, die verzwirnt werden sollen. Sehr praktisch sind die Geräte mit zusätlicher Bremsvorrichtung. Eine ganz einfache Spulenhalterung kann man sich mit Hilfe eines stabilen Schuhkartons selbst herstellen.
Stapel - siehe Flocke
Stapellänge - voll ausgerollte Länge einer Faser vor dem Spinnen
Stash - siehe Garnvorrat
Strang - Diese Form erleichtert das Waschen, Färben und Spannen des Garns, ohne das sich das Garn verheddert.
Streichgarn - Ein durch langen Auszug hergestelltes, luftig-leichtes, aber auch empfindlicheres Garn.
Swift (Skein winder) - siehe Schirmhaspel
T
Tibet Spindel - Tibetanische Spindel
Tiefenwirtelspindel
Top
Top Spindle - siehe Hochwirtelspindel
TPI - Twist per inch
Trommelkarde
Türkische Spindel -  siehe Kreuzspindel
U
Upright wheel - siehe Bock
V
Vlies
Vorgarn - siehe Kardenband
W
Wirtel -  Kommt sowohl an der Handspindel wie am Spinnrad vor. An der Handspindel trägt der Wirtel maßgeblich zur gelichmäßigen Rotation der Spindel bei. Sein Gewicht ist entscheidet über die Spinneigenschaften der Handspindel. Am Spinnrad läuft der Antriebsriemen über sie. Ihr Durchmesser entscheidet darüber, wie schnell sich der Spinnflügel um die Spule dreht.

Wolle - Die von Schafen produzierte Faser.
Wollwachs - auch Lanolin gennannt, ist ein wertvolles tierisches Fett. Gedacht als Schutz der Tiere und deren Wollkleid vor Witterungseinflüssen. Gewöhnlich wird die Wolle vor der Verarbeitung gewaschen, man kann genauso gut aus "dem Fett" spinnen. Sollte dabei auf eine zügige Verarbeitung achten. Lanolin wird sehr schnell ranzig. Wollwachs ist ein begehrter Rohstoff in der Kosmetik - pflegt die Hände beim Spinnen.
Wollwickler - Ein zumeist mechanisches Gerät mit Kurbel zur Herstellung von Garnknäulen.
WPI - Wraps per inch, siehe Garnstärke
Z
Ziege - Spinnrad-Konstruktion, bei der die Einzugsöffnung seitlich vom Rad angebracht ist. 
Zweitschnitt - Zweiter Schnitt, siehe Doppelschnitt
Zwirnen