Donnerstag, 1. Februar 2018

Aventine

 
 
 
Aventine von Designerin Carol Feller ist eine gelungene Kombination zwischen Kuscheltuch, Poncho und Loop (Cowl). Das vielseitige Teil hat Knöpfe, die vielen Kombinationen möglich machen. Wenn alle 6 Knöpfe geschlossen werden sieht es aus wie ein Cape. Je nach Lust und Laune kann man nun zwischen Tuch, Loop oder Cape wählen. 
 
Licht im Winter...aber die Cape-Form erkennt man gut.
 
Das Stricken selbst war recht einfach, die Konstruktion ist sehr clever. Beim Knopfkauf hatte ich Glück - sie gab es im gleichen Geschäft in der identischen Farbe. Aventine kann man bei Ravelry oder auch Heftform in Strickgeschäften erwerben, das Heft heißt "Dovestone Hills". Es enthält insgesamt sieben Anleitungen, alle für das schöne Garn von Baa Ram Ewe entworfen. 
 
Die Farbe "Rhubarb", also Rhabarber ist in meinen Augen eher eine Mischung aus Burgunder-Rot und Pink. Im Bild ganz oben sieht man die Pink-Töne recht gut. Sie leuchtet einem von Weitem entgegen und schimmern immer ein wenig anders. Ganz toll!  
 
 
 
Das Garn Dovestone DK von Baa Ram Ewe (Farbe Rhubarb) ist ein wahrer Traum! Leicht zu stricken, voluminös, sehr warm und weich. Eine Mischung britischer Garne: Blue Faced Leicester, Masham und Wensleydale. Nichts für Fans von Merino-Superwash-Garnen mit empfindlicher Haut.
 
Dieses Garn hat Griff, bitzelt ein wenig direkt auf der Haut. Da Aventine aber über Jacken und Pullovern getragen wird spielt das keine große Rolle für mich. "Bitzeln" und "weich" stellen für mich keinen Gegensatz dar. Man kann sich richtig gut in das Teil einkuscheln, sollte aber nicht "Microfaser-Feeling" erwarten.  

Dovestone fusselt etwas beim Stricken, soll heißen man findet immer wieder kleinere braune Häärchen dort wo man gestrickt hat. Fast so als hätte man eine Katze. Ist aber nicht weiter schlimm, es sind nicht viele. Je größer das Teil wurde, desto wärmer wurde es auf meinen Knien. Im Winter ganz toll, aber im Hochsommer musste ich aufgeben eindeutig zu warm. Das erklärt die lange Strickzeit, falls ihr mein Projekt bei Ravelry besucht.
 
 
 
 
 
Jetzt hoffe ich egoistisch auf ein paar frostige Tage, damit das gute Stück ausgeführt werden kann. Schönen Winter noch! 
 
Alles Liebe, Eure Netti
 


Sonntag, 28. Januar 2018

Strickferien: Passt perfekt oder Abnehmen ohne Diät


Endlich gibt es sie auch in Deutschland! Kreative Ferien, Treffen an schönen Orten, mit Gleichgesinnten, einfach mal machen, dem Alltag entrinnen, verwöhnt werden und werkeln nach Herzenslust. Schon lange wollte ich einen Kurs bei Hand Herz Seele buchen, es mangelte an Zeit, Geld oder freien Plätzen. Aber nun hat es endlich geklappt:


Die Taschen sind gepackt.
Vom 12. bis 14. Januar 2018 hatte ich mich für den Kurs "Passt perfekt, strick Dir Dein Lieblingsteil mit Mona C. Wagner" angemeldet. Eigentlich habe ich schon Craftsy Kurse zum Thema angesehen, und einige Bücher zum Thema gelesen, aber irgendwie haperte es an der Umsetzung.
Die Beschreibung des Kurses klang zwar spannend, es war mir zunächst gar nicht so wichtig um welchen Kurs es sich handelt, sondern das es eine Auszeit werden sollte. Ich hatte wieder eine lange Phase der Krankheit (seit November) hinter mir und wollte mich mal mit etwas Schönem beschäftigen. Neue Projekte hatte ich schon länger nicht mehr angefangen (bis auf ein Geschenk), wollte mir neue Inspirationen holen und Kraft tanken.




Unterwegs

Bei der Anmeldung zum Kurs konnte man 2 aus 4 Technik-Kursen auswählen. Meine Wahl fiel auf "Ärmel von oben einstricken" und "Anfänge und Abschlüsse".

Meine Teilnahme war bis wenige Tage zuvor noch unsicher, aber der Arzt stimmte zu. Endlich war es soweit - Taschen gepackt, voll mit Wolle, Nadeln und Hausaufgaben für die Technik-Kurse.  Letztere waren aber schnell vorbereitet, man hätte es auch (wie früher) noch kurz vorm Unterricht erledigen können. Für einige Heiterkeit sorgte die Hausaufgabe für den Workshop "Ärmel von oben einstricken". Das Gebilde sah stark nach einer Mini-Unterhose aus.



In Hohebuch war ich des Öfteren zu Gast, wer hier mitliest erinnert sich eventuell an meine Berichte über die
schönen Webkurse des Hauses. So war die Anreise per Bus und Bahn Routine, die Anmeldung im Haus, das Finden der Zimmer (102) simpel - alles entspannend. Der Kurs fand im kleinen Saal statt, diente uns in der gesamten Zeit als Aufenthalts-, Hauptkurs- und Strickzimmer. Es war schön gleich durch Cordula persönlich begrüßt zu werden, einige Teilnehmer waren auch schon eingetrudelt und schon fleissig am Stricken. Ein kleines Begrüßungsgeschenk lag auf jedem Platz und wir bastelten und malten unsere Namensschilder.


Blick aus dem Fenster in Hohebuch
Der Anreisetag begann ganz entspannt mit dem gegenseitigen Kennenlernen bei Kaffee und Kuchen, nebenher Stricken, spazieren gehen und Seele baumeln lassen. Meine Klöppelfreundin Katja war auch unter den Teilnehmerinnen, wir hatten uns ewig nicht mehr gesehen und uns entsprechend viel zu erzählen. Aber auch neue Bekanntschaften entstanden.  Mir blieb fast die Luft weg als ich Chanti-Manou sah, das hatte ich nicht erwartet - ein echter Star in unserer Truppe! Habe erst einmal einen Tag gebraucht bis ich mich traute mit ihr zu sprechen. Du meine Güte...dabei ist sie so nett!





Mona & Cordula
Nach dem Abendessen begann Mona mit einer Einführung in den Hauptkurs "Passt perfekt", erläuterte anhand ihrer eigenen Entwürfe die dahinterstehende Konstruktion. Jede von uns durfte Wünsche äußern, Probleme mit der Passform von Kleidung nennen - für jede von uns gab es Lösungen, auf die Mona sehr gut einging. Schon an diesem Punkt war klar - Mona hat echt was drauf und eine gute Art zu erklären. Vor allem machte sie mir Mut durch ihre Reaktionen auf meine Fragen. Ich fühlte mich auf dem richtigen Weg und gut aufgehoben.


Am nächsten Morgen, nach einem ausführlich Frühstück mit dem leckersten Müsli der Welt starteten wir im Hauptthema "Passt perfekt" und seinen technischen Finessen. In meinen Augen muss man schon ziemlich clever sein um einerseits die vielen Informationen so kompakt dazustellen und andererseits es auch mathematisch weniger talentierten Menschen klar zu machen was Sache ist.




Mona in Aktion
Es gab einen richtigen AHA Effekt als ich mir meine selbstgestrickte Strickjacke anzog. Sie ist nämlich viel zu groß für mich, da ich immer nur auf das Maß der Oberweite geachtet hatte. Die allermeisten Anleitungen sind ja so geschrieben: Brustumfang = Konfektionsgröße. Da jede von uns verschieden ist, natürlich reiner Glücksfall wenn das Kleidungsstück dann perfekt passt. Das war mir zwar schon lange klar, nur das Umsetzen in einer Anleitung fiel mir dann doch schwer. Was rechnet man nun wie um? Und wie strickt man das dann?


So gewappnet maßen wir uns in Teams gegenseitig aus, ganz auf Genauigkeit bedacht. Wir ermittelten Maße von denen ich noch nie gehört hatte. Dabei u.a. die Passenhöhe, ein extrem wichtiges Maß wenn die Jacke nicht ungewollt auf Wanderschaft gehen soll. Bisher hatte ich auch nicht gewusst das man die Schulterbreite von Schlüsselbeinende zu Schlüsselbeinende misst usw...






Start Ärmel von oben

Ein kleines innerliches HURRA kam noch hinzu, eigentlich bin ich hauptsächlich 3 Konfektionsgrößen kleiner als gedacht! Ich war bisher noch nie auf die Idee gekommen das ganze System Konfektion in Frage zu stellen, ich fand mich selbst bisher immer als falsch. Ach Du liebe Einfalt! Klatsche mir gerade mit der Hand an die Stirn.



Danach startete der Technik-Kurs "Ärmel von oben einstricken" für einen Teil von uns, alle anderen hatten Freizeit. Die Technik verstand ich problemlos und war begeistert vom Ergebnis - ich werde mich nie wieder beim Ärmel stricken ärgern müssen.







Ärmel von oben - es wird!
Den restlichen Tag hatte ich nun quasi frei - mein nächster Technik-Kurs fand erst am kommenden Tag statt. Am Nachmittag und am Abend gab es Fragerunden mit Mona, in denen wir ausführlich alle neu gewonnenen Erkenntnisse mit ihr durcharbeiten konnten. So ganz nebenher habe ich noch ein ganz lang gelagertes Strickprojekt beenden können, da man im Unterricht stricken durfte - es war ausdrücklich gewünscht.

Großzügiger Weise hatte Mona uns zwei ihrer Designs geschenkt, jede konnte frei aus ihren Ravelry Anleitungen (Klick für den Link zu den Designs) auswählen. Ich habe mich für Tiristeach und Winter Song entschieden. Das Schöne war ja, man konnte die Stücke direkt vor Ort ansehen. Mona erklärte die technischen Details, was sehr hilft, wenn man eine neue Anleitung vor sich hat. Dabei gab sie Hinweise wie man das Stück für sich persönlich anpassen kann und hatte gleich ein paar Ideen parat wie es noch schöner an der Person selbst aussehen könnte. Sie sprühte regelrecht vor Kreativität, man konnte spüren das sie in ihrem Element war.



Spaß im Kurs, gespickt mit vielen wertvollen Tipps von Mona 

Eine Biese ist entstanden.

Ganz ehrlich: Monas Anleitungen haben mich anfangs nicht so vom Hocker gerissen als ich sie das erste Mal bei Ravelry sah.

Hauptgrund war, das Mona so eine zierliche Person ist - von meiner Statur weit entfernt. Ich hatte nicht gedacht, das mir ihre Kleidungsstücke stehen würden, schliesslich sind sie ja für die kleinen Leute...naja... falsch gedacht! Ich schäme mich fast ein wenig über meine Einfalt.

Ganz sicher hat das auch etwas mit der eigenen Wahrnehmung zu tun. Natürlich rede ich hier nicht von "Wurst in Pelle" Kleidung, sondern von mir geschickt angepasster Kleidung. Eigentlich ein Wahnsinn Kleidung nach Konfektionsgrößen zu kaufen...

Manchmal sieht man auf den ersten Blick gar nicht, wie sie es schafft das sich eine Kante im Leinenstich nicht wellt, der Reißverschluss so perfekt sitzt oder wie Biesen so schön aussehen können. Tricks und Tipps zu Hauf!


Natürlich lebt so ein Kurs von den Teilnehmern und ihrem Input. Wir harmonierten herrlich, trotz unserer Unterschiedlichkeit. Es wurde nie langweilig, eine zunächst unspektakuläre Frage entpuppte sich zu einem AHA Moment, z.B. die Frage zu Taillenabnahmen. Also an dieser Stelle ein großes Dankeschön alle Mitstreiterinnen, das war echt schön mit Euch! Das sollten wir wiederholen!

Unsere prima Truppe, eine netter als die andere.







Auch wenn ich die gute, bodenständige Küche in Hohebuch schon kenne, diesmal war es wieder echt lecker! Es gab sogar ein Kochbuch mit den Klassikern aus Hohebuch - die Seelen, das Müsli, der Brotaufstrich, die Quiche...das musste ich einfach mit heim nehmen. Sonntags gab es wieder selbstgemachtes Eis mit Roter Grütze...hach...










Am Sonntag hatte ich nun noch den Technik-Kurs "Anfänge und Abschlüsse", bei dem ich mich gleich an das Produzieren von den mir neuen Biesen machte. Eigentlich einfach und verzieht sich auch nicht, wenn man ein paar Tricks beachtet. Schön ist, wenn man die Wirkung gleich an fertigen Stücken sieht - Mona hatte reichlich Beispiele dabei. Auch für Tunnelzüge, Leinenwebstich-Kanten (horizontal und vertikal),.... Ein prima Kurs, der viel zu schnell endete - ein Fehler der sich übrigens konsequent durch das gesamte Wochenende zog.

Zum Abschluss hat uns Mona ihre neue Sommerkollektion Santorini gezeigt, ganz zarte Teile aus Leinengarnen. Wirklich hübsch und ganz bestimmt auch etwas für mich. Das traue ich mich jetzt einfach mal und warte auf die Veröffentlichung.






Tiristeach in Arbeit

Als dann alle Koffer gepackt, das letzte Mittagessen gegessen und Abschiedsbilder geschossen waren ging es heimwärts. Ich hatte das große Glück das mich eine Freundin (Danke Katja!) mitnahm. Wir fuhren einen malerischen Weg durch Wälder und Berge zurück, ganz entspannt im Sinne des hinter uns liegenden Wochenendes. Tiefen-entspannt und voller neuer Energie kam ich zu Hause an.

Auf jeden Fall werde ich nun Anleitungen mit neuen Augen sehen, alle Schnitte auf Herz & Nieren prüfen, mich an zierlichere Projekte wagen. Schließlich bin ich um 3 Größen geschrumpft - ganz ohne Diät und das auch noch direkt nach den Feiertagen...



...und Cordula hat es möglich gemacht. Sie hat so eine liebe Art, bei der man sich sofort gut aufgehoben fühlt, eine geborene Gastgeberin! Da ich selbst vom Fach (Hotelfach) bin maße ich mir dieses Urteil einfach einmal an. Eine gute Organisation bemerkt man als Gast nicht, höchstens eben daran das alles da ist wo es sein sollte.  Sie hat so eine Art Fragen zu stellen bei der sehr interessante Unterhaltungen zu Stande kommen, ich hätte noch ewig mit ihr erzählen können. Das war nicht mein letzter Kurs bei Hand Herz Seele!

In meinem Podcast NettisNadelkunst Januar 2018 berichte ich nochmals ausführlich über den Kurs mit Mona in Hohebuch. Sabine (fritzi01) und Meike (gnomenhexe) berichten in ihren eigenen Blogs über dieses schöne lange Wochenende; mit einem Klick auf die Namen gelangt ihr dorthin. Chanti-Manou wollte auch etwas zum Thema berichten, konnte es noch nicht finden - verlinke es sobald ich es habe.

Alles Liebe,
Netti

PS: Leider war ich ohne Fotoapparat unterwegs, die Bilder stammen von meinem Mobiltelefon und wurden z.T. von den Kursleitern zur Verfügung gestellt. 

Sonntag, 19. November 2017

Boxy & Buttony


Ein neues Langzeitprojekt wurde fertig, dieses Mal von Anno 2014. Also nur 3 Jahre alt (siehe Featherweight Blog von voriger Woche). Auch hier haben mich die ewig langen Runden ausgebremst. Aber alles andere am Projekt lief perfekt.


Wunderschönes Garn von Dibadu - Cool Merino - in der Färbung "Versunkene Stadt"! Leicht zu stricken, wurde noch weicher nach dem ersten Waschen. Trägt sich unsagbar schön auf der Haut. Die Farben leuchten...herrlich!

Die 12 einfachen Knöpfe hatte ich hier vor Ort in einem Knopfgeschäft erstanden, das es leider nicht mehr gibt. War wirklich praktisch mit dem Projekt in den Laden zu gehen und zu testen. Ich hätte sonst nie perlmuttfarbene Knöpfe für das Teil gewählt, sondern eher etwas Unauffälligeres. Die Knöpfe sind nur Deko, die geknöpfte Blende ist ein Designelement.

Hier im Bild links ist das Vorderteil gefaltet an der Puppe befestigt, das Teil wäre sonst nicht oben geblieben. 

Die Anleitung Boxy & Buttony von Joji Locatelli ist leicht verständlich geschrieben. Das Oberteil mit Knopfleiste hat eine sehr interessante Konstruktion, die Spaß macht. Leider hatte ich ab dem Satz: "...und nun 40cm in Runden..." etwas die Lust verloren. Aber das ist nicht Schuld der Designerin!

Die letzten Meter Garn zogen sich sehr...aber konnte nicht aufhören, so habe ich eben nachts um 2 Uhr abgekettet, das Teil übergezogen und bin glücklich eingeschlafen :-) 

Nach dem Wollbad wurde der Pulli noch weicher, die Ärmel (ohne Spannen) sogar noch etwas länger. Hatte eigentlich Ärmel bis zum Ellenbogen vorgesehen, weil das Garn knapp wurde; nun sind es 3/4 Ärmel. Auch gut. 

So breit wie mein Besenstiel lang ist...jetzt weiß ich warum das so gedauert hat.
Geändert habe ich in dieser Anleitung nur das Muster in der Mitte. Es hätte mir nicht gestanden. Statt dessen habe ich eines einer Sockenanleitung "Kalajoki" (kostenlos bei Ravelry) ausgewählt und etwas versetzt von der Mitte eingefügt. Finde ich optisch vorteilhafter und zarter. 

So fließt nun ein finnischer Fluss durch meine versunkene Stadt...

Herzliche Grüße,
Eure Netti






Dienstag, 14. November 2017

Featherweight


Bin so froh das ich diesen Beitrag endlich beginnen kann! 6 Jahre und 4 Monate... schreibt Ravelry. Natürlich habe ich nicht diese Zeit benötigt um das wunderschöne Teil zu stricken, aber es war dennoch ein extrem langes Projekt. Ich trage 3XL und stricke mit Lacegarn, Nadelstärke 3mm...alles klar?!

Das wunderschöne Garn dazu habe ich 2010 auf dem Januarius Markt in Murrhardt am Stand von SpinningMartha erstanden. Es ist das Merino Lace Garn in der Farbe Mairegen. Ich fürchte es ist nur noch selten zu bekommen, vielleicht mal in einem Destash (Auflösung eines Wolllagers bei Ravelry). 

Die Anleitung habe ich wieder einmal bei Ravelry heruntergeladen: Featherweight von Hanna Fettig, eine Kaufanleitung, aber es gibt sie auch in Deutsch. Es gibt mittlerweile mehr als 9.000 fertige Projekte ...und das sind nur die, die Strickerinnen ins Netz gestellt haben. Die Anleitung ist offensichtlich sehr beliebt, denn sie bietet eine gute klassische Rezeptur für eine Jacke von oben, nahtlos gestrickt. Sie ist so geschrieben das sie viel Raum für eigene Ideen läßt: z.B. eine eigene Blende entwerfen, Muster einstricken, Reste verwerten. Diese Jacke würde sich super für ein derzeit populäres Fade Projekt eignen...wie man sieht passen auch bunt gemusterte Garne perfekt.


Habe die Anleitung etwas angepasst und im Rücken verkürzte Reihen eingesetzt, dadurch entstanden abgerundete Kanten und ein etwas tieferer Rücken (im Vergleich zu den Vorderteilen). Da das Garn sehr dünn ist, sind die Rundungen sehr sanft geworden, schön.

Den bunten Farben im Mairegen-Garn wollte ich doch noch etwas Ruhe geben, besonders dort wo die Vorderteilkanten aufeinander treffen. Habe deshalb das ringelnde Farbmuster mit einem vertikalen Muster unterbrochen. Sprich: Die Blende wurde in Kraus-Rechts in handgefärbtem Lacegarn in Petrol gestrickt und mit einem Kordelabschluss abgekettet (I-Cord Bind Off). Das ergab schöne Rundungen.

Ein Zufallsprodukt der Abnahmen ist das Pooling (größere Farbansammlungen), das rundherum an der selben Stelle sitzt, sowohl an den Ärmeln, als auch am Rücken. Sieht aus wie gewollt. An den Ärmeln sitzt es genau im Ellenbogen, ganz ähnlich den Flicken die an manchen Pullovern im britischen Stil angebracht sind. Klasse!

Leider ist es draußen gerade sehr dunkel, so das die Farben auf den Bildern nicht genau richtig erscheinen. Denn ein Fotostudio mit Beleuchtungsanlage habe ich nicht. Alle gelb anmutenden Flächen sind Frühlingsgrün, die rötlichen Beerentöne in Natura eher satt Violett bis Pink. Das Türkis und das Petrol sind eigentlich dunkler. Aber insgesamt stimmt der Eindruck, deshalb habe ich es so gelassen.

Die Jacke sitzt perfekt, ein Effekt der Topdown Technik, man kann ja ständig das Teil anprobieren und ggf. Änderungen vornehmen. Habe den Anschlag in einer anderen Größe gearbeitet als die Arme und als den Körper.
Anprobe jederzeit möglich.

Es lohnt sich also auch ganz alte Strickprojekte fertig zu nadeln. Ravelry hilft dabei.

Alles Liebe,
Eure Netti


Sonntag, 12. November 2017

Socken gehen immer (mit)


Grüße Euch alle mit diesem Herbstbild aus dem warmen Wohnzimmer. Wo bleibt nur immer die Zeit?! Immerhin haben wir Stricker(Innen) eine Antwort auf das nasskalte und windige Wetter im November. 


Hier die Variante mit dem Eye of partridge heel.

Diese Socken sind eine Variante der Vanilla Latte Socks von Viriginia Rose Jeannes, eine kostenlose Anleitung auf Ravelry. Dankeschön! Ich stricke sie so oft, das sie mir schon zum Standard geworden ist, denn innerhalb der Anleitung gibt es mehrere Varianten für Fersen und Spitzen. So wird das Stricken nicht langweilig und ist gleichzeitig 'mindless', z.B. kommt die Anleitung mit in den Urlaub, dann habe ich gleich 9 Muster in einem dabei. Spart viel Platz. Leider nur in englischer Sprache erhältlich.





Zum ersten Mal habe ich den Eye of partridge heel ausprobiert, toll! Den mache ich wieder! Kann nicht sagen was die Entsprechung im Deutschen zu dieser Käppchenferse ist. Versetzte Hebemaschen vielleicht? Direkt übersetzt heißt es 'Rebhuhn-Augen'. Hier zeigt sich der Nachteil wenn man zu 80% internationale Anleitungen verwendet. Die Ferse wird durch das Muster verstärkt, sehr angenehm am Fuss. 


Das Garn ist aus der Pairfect Design Linie von Regia (Farbe 07117). Schönes Material, hätte aber gerne kräftigere Farben gehabt. Hätte ich in das Knäul hineinsehen können, hätte ich das Garn nicht gekauft. Jetzt bin ich aber ganz zufrieden mit den Socken, muss ja nicht immer alles leuchten. Das Foto auf der Banderole ist definitiv optimiert worden. 
Sehr bequem war die Lösung mit dem gelben Garn das anzeigt wo der neue Farbrapport beginnt. Trotzdem muss man bei klassischer Anschlagstechnik immer noch schätzen wo man die erste Masche anschlägt. Meine beiden Socken sind nahezu identisch geworden. Einen Wunsch an Regia hätte ich noch: Bitte um einen schönen Namen für Eure Farben: 07117 klingt nicht sehr poetisch. 


Stricken unterwegs
Socken stricke ich fast nur unterwegs, sie sind ja auch so schön klein - perfekt zum Mitnehmen eben. Deshalb wachsen diese Projekte zwar auch langsam aber stetig. Anders sieht es schon bei den Kleidungsstücken aus. Sobald sie eine gewisse Größe haben ist es vorbei mit dem Stricken in Wartezimmern und/oder öffentlichen Verkehrsmitteln. Ab dann haben es die Projekte schwer bei mir, daheim ist immer etwas zu tun, mich da mal stundenlang hinzusetzen fällt schwer. 





Nur so kann ich erklären (glaube ich) warum das nächste Projekt 6 Jahre und das danach 3,5 Jahre benötigte. Sie sind so schön gelungen das ich im nächsten Beitrag separat über sie schreibe.

Alles Liebe,
Eure Netti