Sonntag, 28. August 2016

Podcast August 2016


Die neue Folge August 2016, aufgenommen an einem der heißesten Tage in Deutschland, lädt gerade hoch. Es sind wieder 3 Teile geworden - mit Traditionen breche ich nicht so schnell ;-) Ich wünsche Euch viel Spaß beim Zuschauen:

Stricken

Fertige Objekte (FO):








Projekte in Arbeit (WIPs)

  • Aventine von Carol Feller aus Dovestone DK "Rhubarb"
  • Wendel von General Hogbuffer aus Drachenwolle Sockentweed






Material/Werkzeug




Spinnen

Fertige Objekte (FO):




Projekte in Arbeit (WIPs)







Material / Werkzeug:




Sonstnochwas

Heute mit längerem Teil zum Thema Weben am Webrahmen (Rigid Heddle). Ich benutze eine Kromski Harfe 60cm und einen Ashford Rigid Heddle Loom 20cm.

War wieder zum Sommerweben in Hohebuch, jedes Jahr freue ich mich riesig darauf. 
Notiz an mich: Auf keinen Fall Garne 2 Wochen im Voraus aussuchen, das ändere ich dann sowieso noch 10mal.
Webtechnisch gesehen war es diesmal am unspektakulärsten, denn ich habe die Arbeit vom vergangenen Jahr ganz in Ruhe fertig gewebt. Danach auch wieder ohne Zeitdruck eine neue Kette aufgezogen.





Das Bild der neuen Stola muss ich Euch noch schuldig bleiben, denn wegen der Hitze sind alle Fensterläden fest zu. Es gibt zu wenig Licht für gute Bilder. Aber die neue Kette kann ich schon Mal herzeigen. Wieder eine Stola "Bäume am See"  gewebt mit einem 60er Kamm auf einer 60er Harfe. 




Clasped Weft heißt die Webtechnik, die mir nicht einfallen wollte. Übersetzt heißt das so etwas wie "umklammerter Schuss". Manchmal wird es auch "interlocking weaving" oder "saori" genannt. Ein deutsches Fachwort konnte ich dafür noch nicht finden. Das kleine Bild hier im Absatz zeigt es nochmal. Der Link führt zu einem Video.
  • Der 23. Südwestdeutsche Klöppeltag in Bobenheim-Roxheim, 24.09.2016 - bin dabei
  • Stola Sabrina wächst ganz langsam.
  • Seifenmanufaktur Brackenheim  mit Haarseifen, Deocreme und mehr
  • Zum Schluß kam ich komplett vom Thema ab, erst wollte ich es herausschneiden. Aber auch das bin ich, wir kennen uns nun schon lange genug das auch mal Weltschmerz in einen Podcast passt.
  • Hausaufgabe an alle: Bitte kiloweise handbearbeitete Wolle auf Wollfesten einkaufen, damit es sie noch ewig gibt.

Herzlichen Dank für Euer Interesse!
Alles Liebe
Eure Netti

Dienstag, 5. Juli 2016

Podcast Juli 2016

Hallo da wär' ich wieder! Hier die neuen Podcast-Stichworte der aktuellen Sendung:

Fertige Objekte (FO):










Projekte in Arbeit (WIPs)








Material






Spinnen


Fertige Objekte (FO):










Projekte in Arbeit (WIPs)



Material / Werkzeug:








Sonstnochwas


 Herzlichen Dank für Euer Interesse!
Alles Liebe
Eure Netti

Dienstag, 24. Mai 2016

Klöppelständer-Tuning



Verwendet wurde ein handelsüblicher, höhenverstellbarer Klöppelständer, diverse kleine Schraubhaken, ein schmales Holzbrett, Holzschrauben, Rundhölzer, ein Putzschwamm, zwei Gitterkörbe, ein Blumentopf, ein ausgedienter Metallkalender, doppelseitiges Klebeband, 4 Kabelbinder, Beschriftungsgerät mit transparentem Band, 2 Filzmatten, 2 Ringösen, ein altes Maßband, etwas Holzleim und Lasur.

Das hier ist die beim Arbeiten zugewandte Seite

Das ganze fing an, als ich mir die Grundschläge merken wollte, ohne einen Zettel auf das Kissen heften zu müssen. Schnell waren die Schriften am Ablagekasten angebracht. Schere, Maßband und Co. rollten neben mir auf dem Tisch herum...also noch ein paar Haken in gleichmäßigen Abständen am Kasten montiert. Sie drehten sich ganz leicht ein. Maßgeblich war das Maß der "Scherenaugen". Passt prima. Dann wurde ein Spülschwamm in der Mitte durchgeschnitten (Brotmesser) und in den Ablagekasten gesteckt. Hier passen nun die großen Umstecknadeln hinein.


Das schmale Brett aus dem Baumarkt ist etwas länger als der Ständer breit ist, damit man auch von der anderen Seite bequem z.B. eine Kaffeetasse greifen kann. An dieser Stelle habe ich gerade eine kleine Schale stehen. Das Brett ist mit 5 Holzschrauben von der Innenseite des Ablagekastens fest angebracht.
Die runden Dosen beherbergen verschieden große Stecknadeln. Damit sie nicht zufällig herunterfallen, sind sie angeschraubt (Holzschrauben).


Die Kante des Brettes ist mit einem alten Maßband umleimt, danach habe ich den ausgedienten Metallkalender als Halterung für Magneten angebracht.

Magnete braucht man irgendwie ständig, um die Nadeln beieinander zu halten. Hier parken sie, wenn nicht im Dienst.

Kann mir auch gut vorstellen hier kurze Notizen und Termine zum Klöppeln festzuhalten.

Damit man sich nicht an den scharfen Kanten des Kalenders verletzt, habe ich mit doppelseitigem Klebeband noch etwas Filz zum Schutz angebracht.

Die Mieze oben musste einfach ein. Habe einen Spinnradwächter, ein Webrahmen-Männchen und nun auch eine Klöppelmieze...ich eben.





Auf der anderen Seite des Brettes habe ich mit einem dicken Holzbohrer noch 3 Löcher in je 6cm Abstand gebohrt und kleine 9-11cm lange Rundhölzchen eingeklebt. Die Schnittkanten habe ich abgeschmirgelt und mit Nagellack verschönert. Sie dienen als Garnrollen-Halter bzw. -Abroller. Die beiden Ringösen haben Karabiner, an denen ich die Projektbeutel anklipse.


Zum Schluss habe ich die beiden Gitterkörbe mit Kabelbindern befestigt und den Blumentopf eingehängt.
Bei all' meinem Tun habe ich darauf geachtet, das der Ständer höhenverstellbar bleibt und die Gewichtsverhältnisse ausgeglichen bleiben. Z.B. die Höhe der Gitterkörbe - die dürfen nicht zu hoch sein, sonst klappt die tiefe Einstellung nicht mehr. Einfach testen.

Viel Spaß beim Nachmachen! Zeigt doch mal Eure Erfindungen!

Eure Netti

Freitag, 20. Mai 2016

Klöppeln in Wernau - Teil 2 - Mikado für Garnliebhaber(Innen)

Klöppeln in Wernau hat für mich immer eine lange Reichweite, die Ruhe dort und das kreative Chaos (Nein, das schließt sich nicht aus!), das Verwöhnt werden, die lieben Mitkreativen und Kursleiterin. Die schönen Abende bei Rotwein und Käse, der gute Buchladen (man findet immer was)... Das füllt meine Glückstanks für Wochen:


Blick aus dem Zimmerfenster in den Innenhof mit Haupteingang.

Nachdem das Thema Leinentunika nun vorerst abgeschlossen ist, sollte ein neues Projekt her. Ich wollte endlich mal mit handgefärbter (bunter) Seide arbeiten - nach so langer Zeit mit naturfarbenem Leinen. Dieses Mal habe ich mich ausführlich beraten lassen. Unsere fachkundige Lehrerin hatte wieder eine große Auswahl an Mustern und Garnen dabei:








Die berühmte "Qual der Wahl". Aber verhältnismäßig schnell fand ich "mein" Garn und Muster. 
Es war Liebe auf den ersten Blick. Es ist das Tuch Sabrina von Christine Mirecki.

Flieder - Pink - Zitronengelb - Apfelgrün 
Hier wird am Klöppelbrief gebastelt.


Dank eines rettenden Engels mit fahrbarem Untersatz konnten ein freies Klöppelkissen und der Wollwickler von daheim abgeholt werden. Dankeschön!

Zum ersten Mal werde ich mit so vielen Paaren klöppeln - auweia! Aber bevor es so weit war mussten all' die Klöppel gewickelt werden. Auch hier sprang der Engel wieder ein, ein elektrischer Klöppelwickler wurde hervorgezaubert und ein Ständer um all' die Paare sauber unterzubringen:




Das ist erst der Anfang, etwa 20 Klöppel pro Farbe!

Die Spannung stieg, wie managed man so viele Klöppel?! Sicherheitshalber haben wir keine Hülsenklöppel, sondern die schlankeren Kantu-Klöppel genommen. Diese Klöppelform stammt aus Italien, die Klöppel klappern nicht, sondern klingen schön melodisch beim Arbeiten. "Nacktschnecken" nannte sie der Engel. Bisher kann ich nur positiv von meinen Nacktschnecken sprechen.

Es geht lo-hos!

Den Anfang hat Kursleiterin Margret für mich geklöppelt, damit eine gleichmäßige Tuchkante entsteht. Auch die ersten "Reihen" hat Sie vorgeklöppelt. Es ist wirklich leicht, fast nur Leinenschlag (Grundschlag).


Schon so viele! Aber es werden mehr!

Das Schöne ist, man kann in Abschnitten arbeiten. Muss nicht über alle Farben gleichzeitig arbeiten. Die Anleitung (der Klöppelbrief) ist sehr ordentlich und logisch gezeichnet. Das macht es sehr übersichtlich und recht einfach zu klöppeln, auch wenn es für den Laien schon mächtig gewaltig aussieht. Habe nie mehr als 2 Paare in der Hand. Das richtige Paar zu finden braucht aber etwas Übung und eine ruhige Hand - "Mikado" für Garnliebhaber(Innen).

Gleich folgt noch Zitronengelb

Dank der Super-Anleitung durch Margret klappte es recht bald mit dem selbstständigen Arbeiten. Nun wird eisern jeden Abend ein "Blatt" geklöppelt. Zum nächsten Kurs Anfang Juni möchte ich die letzten beiden Farben einfügen, dann werden es 80 Klöppel-Paare sein. Noch immer fühle ich mich als Anfängerin, aber die anfängliche Angst "Ich lerne das nie!" ist vorbei. 

Das letzte Bild vor der Abfahrt
Sicher daheim angekommen
Ich kann nur jedem Interessierten Mut machen. Man muss üben - wie bei jedem Handwerk - aber es ist machbar. Vor allem braucht man Geduld, vor allem mit sich selbst. Das übt in meinem Falle, gelassen zu bleiben und dankbar. 


Dankbar für die neuen netten Menschen die man kennen lernt, die schöne Zeit und das neue entstehende Produkt, die kostbaren Materialien, das leckere Essen, die blitzsauberen Zimmer, das Extra-Eis, die Freundin die zu Besuch kam! Nach so einem Kurs fühle ich mich reich beschenkt, meine Tanks sind wieder randvoll. 

Dankeschön an alle die daran Anteil hatten!


Eure Netti


Montag, 16. Mai 2016

Schon wieder - Klöppeln in Wernau - Das Ende der Leinentunika

Noch im vergangenen Jahr hatte ich mich für weitere Klöppelkurse in Wernau eingeschrieben. Auf meinen erstes Klöppelwochenende musste ich nun bis Ende April warten, endlich war es so weit! 3 Tage lang lernen und Spaß ohne Unterbrechung.

Es kann losgehen!
Am ersten Tag kam ich nicht dazu Bilder zu machen, erst am 2. Tag, nachdem etwas Ruhe in meine Aufregung gekehrt war, dachte ich mal an Bilder. Hier sehr Ihr meine Leinentunika an der ich tapfer weiter klöppelte, obwohl weder Material noch Größe zum erstrebten Endprodukt passen. Die Erkenntnis kam leise und langsam, aber bestimmt. 

Leinentunika 
Es wurde während des Kurses immer klarer, Webgarn ist nicht unbedingt zum Klöppeln geeignet. Vielleicht erinnert Ihr Euch noch: Als totale Anfängerin hatte ich diese Tunika angefangen. "Mutig" meinten viele - ich auch - sie waren sicher zu höflich um "Größenwahnsinnig" zu sagen. 6 Klöppelpaare (12 Klöppel) sind nicht viel und so kann man das Teil ein Anfängerstück nennen. 
Aber um ein gut passendes und haltbares Kleidungsstück herzustellen bedarf es mehr. Technik, das richtige Material....Erfahrung. Deshalb entschied ich mich nun das Stück abzubrechen. In Absprache mit meiner Kursleiterin wurde ein neues Projekt gesucht und auch gefunden. Dazu ein anderes Mal mehr.

Gut erholt vom Kurs zurück, machte ich mich nun Pfingsten ans Werk und nahm die Tunika von der Rolle runter. Vorsichtig habe ich das Teil dann von gefühlten 3.000 Nadeln befreit und an einem Leinenkleid ausprobiert wie es so aussehen würde:

So, und jetzt bitte wachsen....WACHSEN!!!

Nicht schlecht, aber man sieht das Unfertige so deutlich und irgend wie auch langweilig. Dann habe ich experimentiert, sogar als Gürtel oder Tuch....aber zum Schluss fand ich das hier am Schönsten:


So, nur noch Annähen.
Das Annähen (von Hand) hat 2 Tage gedauert. Ich wollte nicht alles Annähen, damit das Teil weiter locker und luftig aussieht. Aus Gründen der Stabilität wurde dann doch mehr als 90% festgenäht. Das Leinen ist (man glaubt es kaum) sehr weich und gibt auf leichtesten Zug sofort nach. Da hätte mir das Teil als ganze Tunika gewiss keinen Spaß gemacht. Aber so?! Ich finde es super!

Jeder Knopf wurde etwas anders angenäht.


Noch ein paar Keramik-Knöpfe vom letzten Kirchheimer Wollmarkt und fertig:




Jetzt muss nur noch das Wetter passen um sie mal auszuführen.

Im nächsten Blog berichte ich weiter vom Klöppelkurs und seinen Folgen.